Wenn Mobbing digitale Welten erreicht – Infoabend der katholischen Eltern

Friederike Bartmann und Marie-Theres Kastner.

Am Dienstag, dem 21.11.2017, lud die Katholische Elternschaft Deutschlands (KED) im Bistum Münster in Kooperation mit der Marienschule Interessierte zu einem Vortrag über Cybermobbing und dessen Prävention ein. Diese Veranstaltung war die letzte der Veranstaltungsreihe „Ein Kind – Zwei Welten“. In der interaktionsreichen Präsentation informierte Friederike Bartmann, Referentin der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V. die rund 50 Teilnehmenden darüber, wie schnell Mobbing in die Cyberwelt abdriften kann: „Kommunikation findet heutzutage über digitale Medien statt, daher auch der Wandel von Mobbing zu Cybermobbing“, so Bartmann. Anhand der Jim-Studie („Jim“ = Jugend, Information, Multimedia) aus dem Jahr 2016 verdeutlichte sie die Einflussnahme und Bedeutung von Smartphones für Kinder, Jugendliche und den Familien. „Videos und Fotos werden heutzutage immer schneller hochgeladen und ungefragt veröffentlicht.“, erklärte Bartmann. „Ich habe eine große Schutzmauer und bin erstmal anonym.“ Für Cybermobbing gebe es verschiedene Faktoren wie Langeweile, interkulturelle Konflikte, unterschiedliche Freundschaften, Veränderungen in Gruppen oder auch unerwünschte Veröffentlichungen. Allerdings, so Bartmann, könne Cybermobbing auch unbeabsichtigt passieren, wenn Täter oder Täterin eine andere Wahrnehmung von der Veröffentlichung von Informationen hätten und sie das Opfer gar nicht mobben wollten.

Bartmann bot zudem eine genaue Statistik (JIM-Studie 2016) über Cybermobbing-Fälle in Deutschland: So kenne jeder Dritte im Alter zwischen 12 und 19 Opfer einer Cybermobbing-Attacke. Mädchen seien mit 37% häufiger davon betroffen als Jungen mit 31%. Je älter die Jugendlichen seien, desto höher steige der prozentuale Anteil an Cybermobbing-Opfern. Auffällig sei an der Statistik, dass die Anzahl an Cybermobbingfällen mit 32% am Gymnasium niedriger sei als an allen anderen Schulformen (insgesamt 37%).

„Die Täter haben ein Bedürfnis nach Geltung, Macht und Status. Häufig sind sie sehr intelligent und können intelligente Netzwerke bilden, um Informationen zu verbreiten“, führt Bartmann aus. Schulen könnten dagegen präventiv vorgehen: Indem Wissen geschaffen, ein Verhaltenskodex aufgestellt und Anti-Mobbing-Beauftragte ausgebildet würden, könnten viele Attacken verhindert werden. Das Thema solle in den Alltag integriert werden und Lehrerinnen und Lehrer müssten eine Weiterbildung zur Erkennung und Prävention erhalten. Marie-Theres Kastner, Vorsitzende der KED im Bistum Münster e.V., betonte dies auch als Aufgabe der Eltern: „Das Selbstbewusstsein der Kinder muss gestärkt werden, das Gruppenklima an Schulen somit verbessert und die Jugendlichen wieder mehr Wertschätzung füreinander zeigen.“ In einer anregenden Schlussdiskussion lieferte Friederike Bartmann den Zuhörern nützliche Hinweise und Websites wie klicksafe.de oder juuuport.de, auf denen sie sich weiter informieren können. Im nächsten Jahr plant die KED im Bistum Münster e.V. eine neue Veranstaltungsreihe mit neuen Themen. Genauere Daten und Termine werden auf der Homepage und über die Schulen bekanntgegeben.

22.12.2017

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