Warendorf/Bonn (ked). „Diese Studie hilft weder Schülern, noch Lehrern oder gar der Politik dabei, die Qualität unseres Bildungssystems mit anderen Bildungssystem weltweit zu vergleichen“, kritisiert Marie-Theres Kastner, Bundesvorsitzende der Katholischen Elternschaft Deutschlands die alljährliche Vorstellung der OECD-Bildungsstudie. „Die sogenannte PISA-Studie weist seit Jahren schwere handwerkliche Mängel auf“, sagt Kastner. In einzelnen Ländern würden weniger Schüler an den Test teilnehmen als es für eine statistisch korrekte Datenerhebung notwendig sei. So erreichten Länder wie Großbritannien, die Vereinigten Staaten oder Kanada nur Erfassungsquoten unter 85 Prozent, während Deutschland mit 96 Prozent in der Spitzengruppe liege. Solche Unterschiede wirkten sich auf die nationalen Durchschnittswerte aus. Zudem bedienten sich die Autoren der Studie Rechentricks um die Differenten im Bildungsstand zu dramatisieren. „Damit ist eine wirkliche Vergleichbarkeit der Ergebnisse nicht mehr gegeben. Diese Studie ist de facto wertlos“, so Kastner.
Nichtsdestotrotz müsse Deutschland alles unternehmen, um stets zu den Spitzenreitern in Sachen Bildung zu gehören. „Deutschland hat seinen Wohlstand dem hohen Bildungsstand zu verdanken, aus dem Innovationskraft und Erfindungsreichtum entspringen. Das sind die Fähigkeiten, die wir angesichts der Herausforderungen von Klimawandel und Digitalisierung heute ebenso dringend brauchen wie zu Zeiten der Industrialisierung oder des Wirtschaftswunders nach dem zweiten Weltkrieg“, sagt Kastner. „Deshalb müssen wir nicht ständig an unseren Systemen herumbasteln. Die Vielfalt der Schulformen unbedingt erhalten bleiben. Nichtakademische Abschlüsse bedürften zudem einer stärkeren Wertschätzung und gesellschaftlichen Aufwertung. Wir in Deutschland sind einzigartig in unserer Handwerksausbildung. Es krankt in Deutschland am meisten im frühkindlichen und grundständigen Bereich. Hier sind deshalb dringend weitere Investitionen in die  Bildung nötig. Die Unterstützung der Kinder in diesem Bereichen muss ausgebaut werden und dazu gehört in ganz besonderem Maße die Ausbildung neuer Lehrer, ihre Begleitung und vor allem das Werben für den Lehrerberuf.“